Wolfsburg 2007

Ein Wochenende für die Familie und die Umwelt.
Eine Reise nach Wolfsburg in das Phaeno und in die Auto Stadt!
Ein Bericht von Uwe Hagenbach-Leisner

Eigentlich wollten wir an diesem Wochenende endlich mal länger schlafen. Zuvor hatten wir die letzten beiden Wochenenden damit verbracht, für die anstehenden Konfirmationen sonntags zu singen und die Nacht war um 08:00 Uhr vorbei. Diesmal durften wir um 07:00 Uhr aufstehen und wir fragten uns, warum wir das eigentlich machen! Am Bus angekommen sahen wir, dass ca. 40 anderen Gemeindemitglieder das gleiche Schicksal mit uns teilten. Hartmut Repple unser Organisator hatte alles im Griff und man glaubt es kaum: Alle waren pünktlich und wir fuhren sogar früher als geplant ab! Welch ein Wunder, das hatte ich bis dato noch nie erlebt. Wir hatten uns vorgenommen, mehr über den Klimaschutz zu erfahren. Vor allem die Kinder sollten sich in kreativer und interaktiver Weise mit dem Thema Klima und Klimaschutz auseinander setzen.
Eine entspannte ca. 2,5 Stunden lange Busfahrt brachte uns an unser erstes Ziel dem Phaeno. Da fängt das Staunen schon an, wenn man aus dem Bus tritt. Die Abenteuerwelt scheint direkt auf den Besucher zuzustapfen. Wie klobige Elefantenfüße stehen da zehn Betonkegel; auf ihnen ruht, sieben Meter über dem Boden, ein lang gezogenes, zackiges Gebilde aus Stahl, Beton und Glas: "Phaeno". Hier wird auf spannende Weise Naturwissenschaft erklärt. Die faszinierende Architektur stammt von Pritzker-Preisträgerin Zaha Hadid. Die Welt der natürlichen und technischen Phänomene, sie steht im Mittelpunkt der 250 interaktiven Experimentierstationen des Hauses, in dem sich ebenfalls Besucherlabore, ein Wissenschaftstheater und ein "Supermarkt" des Wissens, der Phaeno-Shop, befinden. Von denen hämmert und klirrt, scheppert und klimpert, pfeift und surrt es, Rauchringe steigen auf, Staudämme werden gebaut, in einem Glaskasten entstehen Tsunamis. Jede halbe Stunde wird direkt am Eingang ein fünf Meter hoher Feuertornado in die Luft gepustet. Ein tolles Schauspiel! Hier können die Besucher ihre eigene DNA analysieren, mit ihren Hirnströmen Bälle lenken, Wasser blitzschnell gefrieren lassen oder die Anziehungskraft außer Kraft setzen. Geheimnisvolle Mikroben, mysteriöse Wetterumschwünge, unglaubliche Licht- und Tonexperimente nehmen die Besucher gefangen.
Selbst ausprobieren, spielerisch Experimentieren, das macht Spaß; die Architektur macht neugierig: Krater, Strudel, windschiefe Aufgänge, Höhlen, dunkle Ecken und ein Hochplateau hat die Londoner Architektin Zaha Hadid gezeichnet. Realisieren ließen sich die spektakulären Formen nur in selbstverdichtendem Spezialbeton. Er macht erst die komplexen Formen möglich, die beim Besucher die Lust am Entdecken wecken sollen, ihn auf einen baulichen Abenteuerspielplatz schicken. Aber auch von außen macht der auf imposanten konischen Füßen ruhende Baukörper einiges her. 16 Meter hoch, 154 Meter lang, in rund vier Jahren fertig gestellt.
Wir mussten nach ca. 5 Stunden gehen, weil uns die Füße weh taten und Phaeno die Pforten schloss. Unsere Kinder wären noch gern geblieben und waren gerade dabei ihren Speichel näher zu untersuchen. Ein insgesamt wirklich unvergessenes Erlebnis für die ganze Familie und den kleinen Geldbeutel. Um wirklich alles zu sehen und aus zu probieren sollten 2 Tage angesetzt werden.
Um 17:30 Uhr am Bus! So waren die eindringlichen Worte von Hartmut Repple an die Reisenden. Und wieder alle pünktlich! Kaum zu glauben! Jetzt aber ins Hotel und nach wenigen Minuten standen wir auch schon vor demselben. Das Holyday Inn hatte Flair, mehrere Fußball Clubs (Dortmund spielte in Wolfsburg und die Nacht war kurz) und sogar ein Hallenbad. Insgesamt war das Hotel sehr gut auf wirklich gutem Niveau. Abends saßen alle beieinander, denn wir hatten unseren eigenen Raum für Geselligkeit, direkt neben dem Diskjockey, der für eine Hochzeit die Scheiben (heute sagt man Disk) auflegte. Der Tag war lang und so kehrte bei uns früh die Nachtruhe ein. Der Tag hatte sich gelohnt und jetzt war ich froh früh aufgestanden zu sein!

Ein neuer Tag, ein neues Erlebnis. Heute stand die „Auto Stadt“ als Ziel in unseren Köpfen. Beim ausgiebigen Frühstück (lecker!) stellte man sich schon die Frage, ob der gestrige Tag noch zu überbieten wäre. Nach dem Auschecken und einer wirklich kurzen Busfahrt, waren wir angekommen. Die Autostadt ist unterteilt in Ausstellungen der einzelnen Firmen, die unter dem Dach der Volkswagen AG sind, also VW, Bentley, Lamborghini, Seat, Skoda und Audi. Nach dem Aussteigen wurden wir in Empfang genommen. Danach trennten sich die Wege von Kindern und Eltern, weil die jeweiligen Vorführungen auf die jeweilige Altersgruppe zugeschnitten waren. So wurden die Kinder kindergerecht auf die „Stadt“ eingestimmt und damit der Grundstein für einen tollen Tag gelegt. Als beide Gruppen sich nach einer Stunden wieder trafen, waren die Kinder voller Tatendrang und Motivation! Diese Stadt ist unglaublich und wer hier ausschließlich Auto´s erwartet, liegt völlig falsch. Kinder können hier ihren eigenen Auto Führerschein machen. Dazu werden die Kinder (ohne die Eltern!) per Video geschult und anschließend in winzig kleinen offenen Beatles auf einen Parkour der einem Verkehrsübungsplatz gleich kommt geschickt. Wer aufgepasst hat und sich im Straßenverkehr ordnungsgemäß verhält, bekommt zur Belohnung einen Führerschein mit Lichtbild. Diverse Attraktionen, wie 360Grad Kinos , Simulatoren die den Erwachsenen zeigen wie Ihre Fahrweise ist , gibt es hier. Familien fliegen in einem Simulator zu einem anderen Planeten. Auf den Kopf stellbare Sitze zeigen den Besuchern was es heißt das eigene Gewicht nicht mit den Füßen tragen zu dürfen. Experimente und kleine Tests z.B. mit Wind und Magnetismus, zeigen warum bestimmte Dinge heute so gebaut werden. Alternative Energien mittels Kresse können von den Kinder herangezogen werden und per Internet der Fortschritt angesehen werden. Das ZeitHaus, das Museum der Stadt, hat alles zu bieten seit dem es Autos gibt. Wer hier durchgeht, schwebt in Erinnerungen seines vergangenen Lebens. Geschichten werden wieder rausgeholt und erzählt. Es ist schon erstaunlich wie viel wir mit einem Auto in Verbindung bringen und woran wir uns plötzlich erinnern. Wer sein Talent als Autodesigner testen will, kann hier am Designcomputer selbst Autos entwerfen. Ein weiteres Highlight ist die Piazza, ein lichtdurchflutetes Atrium, mit den wohl architektonisch größten Drehtüren der Welt.
Kunden können ihre Neufahrzeuge in der Autostadt direkt abholen und sparen damit die Überführungskosten. In zwei hohen Glastürmen (AutoTürme) sind die abholbereiten Fahrzeuge zu sehen. Interessant ist ein Besuch im KundenCenter. Hier warten die Neubesitzer oft samt Familie, auf ihr neues Auto. Auf großen Schautafeln werden die Abholer namentlich angezeigt. Erwähnenswert sind auf jeden Fall auch die zahlreichen Restaurants die wirklich für jede Preisklasse und jeden Geschmack etwas zu bieten haben! Um 15:30 Uhr war alles zu Ende!
Für die „Stadt“ sollte man ebenfalls 2 Tage ansetzen um wirklich alles sehen zu können. Wieder war es Zeit die Heimfahrt anzutreten. Auch der zweite Tag war ein voller Erfolg. Kinder und Erwachsene sind sich einig: Das hat sich gelohnt! Neben dem Thema Klimaschutz wurden für das Verständnis wichtige Grundelemente der Physik/Chemie und der Logik vermittelt!
Als Ergebnis bleibt nur zu sagen, dass dieses ein tolles Wochenende war! Unseren Dank an Hartmut Repple für die klasse Organisation!

Phaeno

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.

Die Auto Stadt

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.